Highland-Cattle-Zucht
Of Golden Horn

Hier nun der Bericht über unsere erste Jungtierschau, an der wir aktiv teilgenommen haben. Zum einen sollte dort unser Nachwuchsbulle Charon2 gekört werden und zum anderen wollten wir einmal sehen, wie unsere Färsen im Vergleich mit anderen abschneiden.
Die drei hatten wir schon zum Winter zu uns nach Hause geholt, um sie schön zahm zu bekommen. Ein paar Wochen vor dem großen Ereignis fingen wir dann an, die drei "Leinenführig" zu machen. Unser Bulle ist so ein lieber Kerl, da hatten wir gar keine Probleme. Er begriff schnell, was wir wollten und machte bereitwillig mit. Auch unsere Sunny war da kein Spielverderber. Nur Dorothea hatte absolut keine Lust, sich in irgendeiner Weise von uns etwas sagen zu lassen. Störrisch wie ein Esel - es war unmöglich, sie allein zu halten, geschweige denn, irgendwohin zu führen. Da wir auch nach vielen Versuchen scheitereten, horchten wir bei anderen Züchtern herum, wie diese ihre Tiere führig machen. Jeder hatte so seine Methoden, aber eine davon schien uns dann erfolgversprechend. Wir nahmen also unseren Traktor, banden die liebe Dorothea daran an und auf ging es in gemäßigtem Tempo. Jeden Tag einmal und zum Schluß waren wir dann soweit, dass die Dame sich zumindest kurze Strecken führen ließ, allerdings immer wieder mit Ausfällen und Ausbruchversuchen. Sie hat auch heute noch einen sehr eigenen Kopf und läßt sich ungern einfangen.
Einen Tag vor der Schau (Gott sei Dank hatten wir an dem Tag schönstes Wetter) haben wir dann die drei mit Spezialshampoo eingeseift, gut durchgewaschen und anschließend trocken gefönt und gekämmt. Was wir uns besonders schwer vorgestellt hatten, ging ganz einfach. Die drei äugten zwar erst ein wenig mißtrauisch, ließen aber die ganze Prozedur klaglos über sich ergehen. Nur Dorothea mußte uns ganz zum Schluß doch noch zeigen, dass sie da eigentlich nicht so ganz mit einverstanden war: Gerade als mein Mann die letzte Stelle am Hinterteil fönte, holte die kleine Bestie mit Schwung aus und traf ihn so sauber am Oberschenkel, dass er am nächsten Tag nur unter allergrößten Schmerzen und einem wirklich blutunterlaufenen, blauen Bein an der Veranstaltung teilnehmen konnte.
Auf dem Weg nach Twistringen machten wir uns, wie auch die Tage zuvor, unsere Gedanken: Wie würden sich unsere Tiere dort geben bei dem ganzen Trubel, den fremden Tieren?? Wir sahen uns schon, wie wir unsere drei wieder einfangen mussten, weil sie total durchdrehten........
Bei der Jungtierschau hatten wir dann nicht gerade das optimale Wetter. Zwischen überwiegend Regen und zeitweise Sonnenschein war es nicht so sehr angenehm und die ganze Arbeit mit Waschen und fönen schien umsonst. Dafür aber waren wir sehr angenehm überrascht, dass unsere drei, kaum hatten sie den Anhänger verlassen, mit Ruhe und Lässigkeit alles mit sich geschehen ließen. Wir banden Sie an den für uns vorgesehen Plätzen zwischen wildfremden Tieren an, versorgten sie mit Heu, Stroh und Wasser und bürsteten sie noch ein letztes Mal, bevor dann der erste in den Ring musste.
Es war unser Charon, der gekört werden sollte. Er benahm sich tadellos, war aber gegenüber den anderen Bullen etwas schmächtiger. Das hat sich sicher auch auf das Körergebnis ausgewirkt. Unser Bulle wurde mit 7/7/7 gekört - nicht dass, was wir uns erhofft hatten, aber ..... Wie unser Züchterkollege Klaus Wannewitz sagte: Wichtig ist, was er nachher für Kälber bringt und dann schaut eh keiner mehr auf diese Zahlen. Und für uns ganz, ganz wichtig ist sein wirklich ruhiges, ausgeglichenes Wesen.
Die beiden Mädels mussten dann entsprechend ihres Altersunterschiedes in verschiedenen Gruppen antreten. Während ich mit meiner lieben, sich super benehmenden, Sanny in meiner Gruppe immerhin den 4. Platz erreichte (ganz stolz war ich darauf !), konnte mein Mann mit unserer Dorothea nicht glänzen. Ihr fiel dann ausgerechnet im Ring ein, dass das letzte Wort bezüglich Gehorsam und Leinführigkeit noch nicht gesprochen war. Und immer dann, wenn der Richter sie in Augenschein nahm, fing sie an Rodeo zu machen. Noch dazu kam, dass sie eh die kleinste in der Gruppe war. Und wieder einmal erfuhren wir, dass die kleinen eben nicht die besten Chancen haben. Sie wurde nur vorletzte.
Aber wir werden auch weiterhin unsere Tiere nicht mit Zusatzfutter vollstopfen und sie aufpowern, nur damit wir bessere Ergebnisse erzielen.
Es war schön, dabei gewesen zu sein. Und es war sicher nicht das letzte Mal.